Quelle NRZ Duisburg, Günter Putz
15.12.2008
Immer `rum um die Umweltzone
Vielfalt zeichnet den Youngtimer-Club
Duisburg aus. Freiwillig. Die rund 80 Mitglieder besitzen Autos
verschiedenster Fabrikate, allesamt älter als 20 Jahre. Nicht
freiwillig ist die Vielfalt der Kennzeichen. Die wird durch
Umweltzonen bestimmt.
Seitdem fahren die einen
Wechselkennzeichen mit der vorstehenden „07", schrauben sie an
das Auto, das gerade bewegt werden soll (und muss). Andere besitzen,
weil es der Zufall so wollte, die grüne Plakette. Und wenn der Wagen
partout nicht nachgerüstet werden kann, muss manchmal eine
Ausnahmegenehmigung für 20 Euro her. Ein Jahr ist sie gültig. Und
was dann? Es gäbe sogar noch eine Möglichkeit: das ein paar Tage gültige
Kurzzeitkennzeichen. „Aber das ist", so die Vorsitzende Rosi
Goldhorn, „völlig indiskutabel." Zu teuer.
Glücklich sind die Vereinschefin aus
Neudorf und ihre Mitstreiter mit der aktuellen Lage nicht. Aber was
sollen sie tun? Abwarten, bis aus den Youngtimern Oldtimer werden?
„Dafür braucht man viel Luft und Geld." Und Hoffnung, dass
sich nichts mehr ändert. Bis 2007 musste ein Auto 20 Jahre alt sein,
um als Oldtimer zu gelten. Nun sind es 30 Jahre. Im Verbund mit der
Umweltzone könnte man als Oldie-, besser Youngie-Fan, durchaus auf böse
Gedanken kommen. „Das hat System", sagt Rosi Goldhorn. Ältere
Autos sollen von der Straße. „Es werden viele Autos in die Presse
gehen, die noch gut erhalten sind." Dabei seien Autos wie Panda,
Marbella oder auch einer ihrer vier VW Passat 32 b sehr genügsam.
Christian und Nicole Stiefelhagen aus
Fahrn sind in einer komfortablen Lage. Ihr Ford Granada (Baujahr 1975)
hat das H, das historische Kennzeichen. Da macht das Fahren
uneingeschränkt Spaß.
Auch Rainer Trepke aus Hüttenheim kann
sich beruhigt hinters Lenkrad klemmen. Sein Renault R5, Baujahr 88,
besaß schon einen G-Kat, als er das Werk verließ. Das grüne
Umweltbapperl war kein Problem: „Hätte ich den 1400 Kubik-Motor bis
1988, wäre das nicht gegangen."
Der rare Honda Civic mit
Klappscheinwerfern von Christian Zöllter hat keine Chance auf die
Umweltplakette. Nachrüsten ging nicht. Aber mit Ausnahmegenehmigung
(für Duisburg und Bochum) geht's. „Was nach dem Jahr wird, steht in
den Sternen", sagt der 26-Jährige, der schon 65 Autos hatte und
im Civic sein Traumauto fand. Seine Werkstatt liegt in Oberhausen, in
der „Zone". Zöllter wird sich des Öfteren dahin schleichen müssen.
„Zum Glück habe ich noch keine Punkte."
So ein Risiko geht Sven Syre, an der
Grenze Moers-Duisburg wohnend, mit seinem VW Caddy (1983) nicht ein.
Eingekauft wird in Moers, zur Arbeit geht's über die umweltzonenfreie
Autobahn an Duisburg vorbei.
Youngtimer-Besitzer sollten besser
nicht in Umweltzonen wohnen, sagt Rosi Goldhorn mit reichlich
Sarkasmus.
Spannend wird es für die
Youngtimer-Liebhaber, wenn im April '09 die Techno-Classica in Essen
ansteht, in der Umweltzone. Vielleicht gibt es über den Veranstalter
Sonderausweise, hofft Rosi Goldhorn.
Heiliges Blech!
Duisburg, 03.08.2008, von ANJA
HASENÜRGEN
Wenn Frank Brück tanken geht, kann das schon einmal ein Stündchen
dauern. Was nicht etwa daran liegt, dass der Ordnungsamtsmitarbeiter
besonders langsam wäre. Ganz und gar nicht. Sondern es liegt an
"Paule". Der ist trotz seiner 22 Jahre noch in Topform und
scheint zudem ein freundlicher Typ zu sein: Schließlich hat
"Paule" immer einem Blumenstrauß dabei, das am
Armaturenbrett klemmt: "Paule" ist Frank Brücks
"Trabi". Gestern zeigten sich beide beim 3. Internationalen
Treffen des Youngtimer-Clubs Duisburg unter dem Motto "Heiliges
Blech" von ihrer schönsten Seite: "Paule", frisch
poliert und Frank Brück im Trabi-Shirt. Aufschrift: "Autos, die
aus Plastik sind, verlangen nach Fahrern aus Eisen.". Aber, wie
Brück schmunzelt: "Weicheisen." Denn "Paule" ist
schließlich mehr als nur ein fahrbarer Untersatz.
Das trifft auch auf "9-10-31" zu. Der Name klingt nicht
so knuddelig wie "Paule" - es ist auch eher eine
Dienstbezeichnung. "9-10-31" ist ein Kommandowagen: Der
letzte, offiziell in Dienst stehende Feuerwehr-VW-Käfer Deutschlands.
Sagt Guido Pluta, Feuerwehrmann aus Rheinberg. Der rotweiße Flitzer
mit Martinshorn und Blaulicht wurde 1975 für die Duisburger Feuerwehr
gebaut - im Dachhimmel sind Reißverschlüsse, "damit man an die
Kabel kommt", so Pluta, der Mitglied des Duisburger Käfer-Clubs
ist. Und das Blaulicht hat man früher in einem Rohr im Kofferraum
geparkt, "weil das sonst immer geklaut wurde." 50 Mark hat
die Freiwillige Feuerwehr Rheinberg vor 16 Jahren für den VW bezahlt
- dafür ist er Erhalt so aufwändig, dass sich damit nun ein "Förderverein
Feuerwehr-Käfer" befasst.
Viele der Schätzchen, die gestern an der Musfeldstraße Hochfeld
gezeigt wurden, bekommen bald Probleme mit den Umweltzonen: "Die
hier sind vom Aussterben bedroht", sagt die
Youngtimer-Club-Chefin Rosemarie Goldhorn und zeigt auf zwei Seat
Marbella, Baujahr 1991, "die kann man nicht nachrüsten." Ähnlich
geht's auch "Paule". Denn erst als Oldtimer, also mit 30
Jahren, steht man über den Fahrverbotszonen...
Quelle: NRZ Duisburg
Mit freundlicher Genehmigung von Frau
Letzner, NRZ Duisburg:
Autofans präsentierten ihre Schätze
29.07.2007 / LOKALAUSGABE /
DUISBURG
JAHRESTREFFEN. 40 Fahrzeuge waren
gestern während des zweiten Jahrestreffen des Youngtimerclubs
Duisburg zu bewundern. Der Regen prasselte auf die 40 Young- und
Oldtimer, die gestern Morgen auf dem ehemaligen Gelände der
Kabelfirma Theisen an der Musfeldstraße in Hochfeld standen. Wenige
neugierige Blicke schweiften über die alten Autos. Die mit riesigen
Regenschirmen bewaffneten Besucher des zweiten Jahrestreffens des
Youngtimerclubs Duisburg zog es schnell Richtung Halle, in der Becher
mit dampfenden Kaffee auf sie warteten.
In der Halle tummelten sich die
Autofans und unterhielten sich angeregt. "Unsere Treffen dienen
dem Informationsaustausch", verriet die Youngtimer Club-Chefin
Rosemarie Goldhorn. Schließlich sei die Wartung alter Autos zwar sehr
interessant, gestalte sich dennoch manchmal schwierig. "Häufig
geht es um Ersatzteile, die nicht so leicht zu bekommen sind",
erläuterte Goldhorn. An den Clubtreffen tauschen sich Autofans aus,
verraten sich gegenseitig Tipps und Tricks.
Zwei Sorten von Kennzeichen
Aber wo liegt eigentlich der
Unterschied zwischen einem Young- und einem Oldtimer? "Ganz
einfach", erläuterte die Clubchefin, "als Youngtimer werden
Autos bezeichnet, die zwischen 20 und 30 Jahre alt sind. Autos, die älter
sind als 30 Jahre, heißen Oldtimer." So präsentierte sich
gestern ein 30 Jahre alter Audi als das älteste Auto des Treffens,
das jüngste zählte gerade mal 18 Jahre.
Natürlich müssen Oldtimerliebhaber
Richtlinien beachten. Zwei Kennzeichen werden unterschieden.
"Einmal gibt es das H-Kennzeichen", wusste Goldhorn. Das so
genannte historische Kennzeichen bekommen Autos, die älter als 30
Jahre und in einem einwandfreien Zustand sind. "Es dürfen keine
Roststellen zu erkennen und das Fahrzeug muss in seinem
Originalzustand sein", erklärte die Clubchefin. Mit einem
solchen Kennzeichen darf der Oldtimer, wie alle anderen Pkw im Straßenverkehr
genutzt werden und muss auch regelmäßig zum TÜV. Goldhorn:
"Sparen kann man sich den TÜV mit dem
07-Oldtimer-Kennzeichen." Auch dieses gibt es für Fahrzeuge ab
30 Jahren, die noch in einem guten Zustand sind. "Hier bekommt
der Besitzer ein Fahrzeugscheinheftchen, in dem der Oldtimer vermerkt
ist." Fahren darf der Autoliebhaber seinen alten Pkw allerdings
nur zu Wartungszwecken oder auf dem Weg zu einem Oldtimertreffen.
"Dieses Kennzeichen eignet sich für Sammler", meinte
Goldhorn.Trotz seines Namens unterscheidet der Club nicht zwischen
Young- und Oldtimern. Jeder, der Spaß an alten Autos hat und sie in
ihrem Originalzustand erhalten möchte, ist willkommen. Wer Interesse
am Youngtimerclub gefunden hat, kann sich im Internet unter:
www.youngtimerclub-duisburg.de informieren.
KERSTIN LETZNER
Mit freundlicher Genehmigung von Frau
Parchem, WAZ Duisburg:
Mit den Oldtimern von morgen zurück
in die Jugend
30.07.2007 / Lokales / Duisburg
- Von Nadine Parchem
Die wohl unsinnigste Frage bei einem
Youngtimer Treffen ist wohl: "Welches ist denn das schönste
Auto, was hier steht?" Warum unsinnig? Weil es, kaum gefragt, aus
mindestens fünf Kehlen gleichzeitig schallt: "Meins!"
Schon hat man gelernt, dass auch bei
den Fans der Charakter-Karossen Schönheit wohl immer im Auge des
Betrachters liegt. Auf einem Hinterhof auf der Musfeldstraße
versammelten sich gestern etwa 80 Schmuckstücke der vergangenen 20
Jahre. Egal ob Datsun 1200, Opel Record C oder ein fast schon schnöder
Golf I - für Fans fast jeder Marke gab's dort etwas zu bestaunen.
"Das schöne an diesen Autos ist,
dass man sie alle noch aus seiner Kindheit kennt", erklärt die
Clubgründerin Rosemarie Goldhorn. Aus lauter Liebe zu den Youngtimern
spricht man unter Insidern auch nicht einfach nur von einem Auto:
Rosemarie Goldhorn gibt ihren Vehikeln liebevoll Namen wie "Mr.
Lionheart", "Sir Spencer" oder "Mrs. Santini".
Um so einen Youngtimer zu fahren,
bedarf es aber auch "wahrer Liebe", denn Seitenairbags,
Servolenkung und selbst eine Innenraumverkleidung sucht man in den
Charakterautos vergebens. Doch die einfache Technik und der
individuelle Charme der 20 Jahre alten Schätzchen entschädigt denn
echten Liebhaber für alles. Dabei sind es doch gerade ihre
Einfachheit und der fehlende Schnickschnack, die die Faszination der
Youngtimer ausmachen.
"Mit einer Kiste voll Werkzeug
kriegt man ein Fahrzeug aus den 80'ern komplett zerlegt und wieder
zusammen gebaut. Vom Luftfilter bis zum Vergaser lässt sich bei den
alten Kisten alles selbst reparieren", erklärt Fabian Theiß.
Zusammen mit seiner Frau gründete er den Youngtimer-Club. Er ist ihr
"Privatmechaniker" und schraubt regelmäßig an den
hauseigenen Autos.
Das heißt aber nicht, dass sich Frau
nicht auch mit der Technik dieser schnörkellosen Autos auskennen
kann. Trotzdem sagen beide: "Die Frauen bestimmen eher den
Geschmack der Männer und treffen Entscheidungen über Modell und
Farbe des nächsten Autos. Die Männer sind dann meistens für den
technischen Teil zuständig." Doch die "ehrliche
Metallhaut" dieser Vehikel aus der Blütezeit des Automobils
erlaube sogar Frauen einen Griff in den Motorraum mit anschließenden
Reparaturen.
"Ein wirkliches Traumauto gibt es
für die meisten von uns gar nicht. Das Auto, dass man unbedingt haben
wollte, fährt man in den meisten Fällen schon", erklärt
Rosemarie Goldhorn. "Wenn die Geldbörse stimmt, gibt es
sicherlich Leute, die sich gerne einen alten Cadillac in die heimische
Garage stellen würden."
Für die 79 Mitglieder des
Youngtimer-Clubs steht das Traumauto aber schon längst in der eigenen
Garage.
Für die Frauen öffnet Thomas Kukasch
gerne die Motorhaube seines geliebten VW- Käfers. Seine Rundungen
begeistern noch heute.
Mit freundlicher Genehmigung von Frau
Parchem,WAZ Duisburg über:
Rosemarie Goldhorn
30.07.2007 / Lokales / Duisburg
Wie kamen Sie als Frau dazu, einen
Youngtimer-Club zu gründen?
Ich habe 2005 einen Passat Kombi von
1983 gekauft. Dies war wohl der Anstoß für mein großes Interesse an
Autos. Dann habe ich recherchiert, ob es einen Club für solche
Fahrzeuge gibt. Ich habe auch einen gefunden, in dem ich dann für
kurze Zeit tätig war. Der war aber nur auf eine Automarke
spezialisiert. So kam die Idee, einen markenoffenen Youngtimer- Club
zu gründen.
Wie erklärt sich Ihre Faszination für
die Youngtimer-Modelle?
Das sind alles Autos, die man noch aus
seiner Kindheit oder Jugend kennt. Und auch heute kann man noch viele
von ihnen auf den Straßen sehen. Mich fasziniert ihre Zuverlässigkeit
und ihre "ehrliche Haut". Man sieht direkt auf den ersten
Blick, was kaputt ist.
Welche Vorurteile gibt es in der
Szene gegenüber Frauen?
Wir haben es hier ganz klar mit einer Männerdomäne
zu tun. Es ist schwer, als Frau richtig ernst genommen zu werden. Die
meisten denken doch, dass Frauen sowieso keine Ahnung von Autos haben.
Besonders wenn ich mir ein "neues altes" Auto kaufen will,
merke ich, dass man als als Frau nicht richtig ernst genommen wird.
Aber auch eine Frau sieht, wenn ein Auto schonmal Rost hatte und nur
überlackiert wurde.
Rosemarie Goldhorn (44) gründete den
Youngtimer Club Duisburg. Mittlerweile hat sie einer richtige Sammlung
der" alten Schätzchen." nap
Mit freundlicher Genehmigung der
Rheinische Post Duisburg:
Rollende „Kulturgüter"
VON FABIAN SPIEß
Youngtimer sind gefragt
(RP) Vor zwei Jahrzehnten gehörten sie
zum alltäglichen Bild im deutschen Straßenverkehr. Heute, da sie
immer seltener zu sehen sind, werden sie von Liebhabern geschätzt und
gepflegt. Die Rede ist von Youngtimern, zwischen 20 und 30 Jahre alte
Autos. Über 75 im Originalzustand erhaltene Exemplare ihrer Art
konnten am Sonntag auf dem Gelände des ehemaligen Kabelwerkes an der
Musfeldstraße in Hochfeld beim zweiten Jahrestreffen des
„Youngtimer Club Duisburg" bewundert werden.
Laut Rosemarie Goldhorn, Gründerin des
Automobilclubs, haben Fahrzeuge aus dieser Zeit einen besonderen
Charme und viele Vorzüge gegenüber modernen Baureihen: „Die Autos
haben ein individuelles Design und heben sich so angenehm aus der
Masse hervor. Wir wollen, dass diese Kulturgüter auch weiterhin das
Straßenbild bereichern". Außerdem sei es durch die überschaubare
Technik bedeutend einfacher, Reperaturarbeiten selbst durchzuführen.
Vor allem der Kampf gegen den Rost an den noch unverzinkten
Karosserien und die Beschaffung selten gewordener Ersatzteile hält
die Besitzer historischer Fahrzeuge ständig auf Trab.
Autos aus den 80ern
Dass es mit einer ordentlichen Portion
Leidenschaft und guten Kontakten zu Gleichgesinnten, die in einem
Automobilclub geknüpft werden können, trotzdem möglich ist, sein
„Gefährt" stets in einem guten Zustand zu erhalten, wurde an
den am Sonntag ausgestellten Autos deutlich sichtbar. Ob VW Passat-
und Opel Kadett-Modelle aus Mitte der 1980er-Jahre, Golf-Exemplare der
ersten Stunde, oder frühe Vertreter der beliebten 3er-Baureihe von
BMW; alle Fahrzeuge präsentierten sich dank der intensiven Pflege
ihrer Besitzer in altem Hochglanz.
Prelude im Original-Zustand
Ein besonderer Hingucker war ein Honda
Prelude von Rosemarie Goldhorn. Der im Jahr 1987 erstmals zugelassene
Wagen ist einer von nur noch insgesamt 356 in Deutschland
existierenden Exemplaren seiner Art. „Viele noch fahrende Honda
Prelude sind getunt. Dieser befindet sich im Originalzustand, wie übrigens
alle anderen Automobile auch", so die stolze Besitzerin, die sich
im übrigen für moderne Fahrzeuge nicht so recht begeistern kann:
„Neue Autos sehen alle sehr ähnlich aus, sind überladen mit
Elektronik, haben daher einen hohen Verbrauch und können schlecht
selbst repariert werden".
So setzen die Mitglieder des
„Youngtimer Club Duisburg" lieber weiterhin alles daran, das
was von vielen Betrachtern als eckig und unzeitgemäß empfunden wird,
zu erhalten.
Mit freundlicher Genehmigung von Frau
Letzner, NRZ Duisburg:
Die Liebe zu alten Autos
06.07.2007 / LOKALAUSGABE /
DUISBURG
HOBBY. Die Mitglieder des Youngtimer Clubs pflegen ihre Oldtimer.
Einmal im Quartal treffen sie sich im Cafe? Steinbruch. Vor zwei
Jahren war es Rosemarie Goldhorn leid, mit ihrem Interesse an alten
Autos allein dazustehen. Kurzerhand entwarf sie Flyer und verteilte
sie im Stadtgebiet. So gründete sich der "Youngtimer Club
Duisburg". Mittlerweile zählt dieser 80 Mitglieder, die sich
einmal im Quartal treffen, um über Neuigkeiten rund um das Hobby
"Auto" zu diskutieren.
"Wir sind eine Gruppe von Leuten,
denen es wichtig ist, ihre alten Autos zu erhalten", erklärte
Michael Hermes. Das können durchaus persönliche Gründe sein. So
seien doch gerade mit dem ersten eigenen Auto viele Erinnerungen
verbunden. "Leider ist es manchmal schwer, geeignete Ersatzteile
für die Wartung zu finden", meinte Hermes. Auch hier bietet der
Club vielfältige Möglichkeiten. "Die meisten unserer Mitglieder
haben sich zu Hause mit der Zeit ein eigenes kleines Ersatzteillager
angeschafft." Dort finden sich manchmal Originalteile, die schon
gar nicht mehr hergestellt werden.
Für welche Automarke sich die
Mitglieder interessieren, bleibt jedem selbst überlassen. Goldhorn
hat zum Beispiel ihre Liebe zum VW Passat entdeckt, Hermes
spezialisierte sich auf BMWs.
Man muss ein Bastler sein
"Man muss schon ein Bastler
sein, um ein solches Hobby zu haben", erläuterte er.
Andererseits wären die mehr als 20 Jahre alten Autos zu teuer.
"Zwischendurch muss immer mal ein Teil ausgewechselt
werden", so Hermes. "Dafür kann man den Wagen nicht immer
in die Werkstatt bringen."
Hermes ganzer Stolz ist seine private
Werkstatt-Halle mit eingebauter Hebebühne. "Hier kann ich in
aller Ruhe schrauben und werkeln." Eine wichtige Eigenschaft,
wenn man sich einen Oldtimer anschaffen möchte, betonte er. "Man
braucht Platz und handwerkliches Geschick."
Als Treffpunkt dient meistens das Cafe?
Steinbruch an der Alten Lotharstraße. "In letzter Zeit haben wir
viel über Feinstaub, Klimawandel und Umweltzonen gesprochen",
erinnerte sich Hermes. Das seien Themen, an denen man als
Autoliebhaber nicht vorbei kommt. "Viele der alten Pkw müssen
umgerüstet werden, damit sie überhaupt noch fahren dürfen",
erklärte er.
Wer den Youngtimer-Club live und in
Farbe sehen möchte, hat am 29. Juli im ehemaligen Kabelwerk Theisen
an der Musfeldstraße 120 in Hochfeld die Gelegenheit. Ab 10 Uhr
treffen sich die Autoliebhaber dort. Weitere Informationen gibt es im
Internet unter: www.youngtimerclub-duisburg.de.
KERSTIN LETZNER
Mit freundlicher
Genehmigung der WAZ Duisburg:
31.07.2006 von Anne Wolf -
Blech
mit Blumenvase
Staub wirbelt auf, als
die Autokolonne ihr Ziel im Landschaftspark in Meiderich erreichte.
Die Fahrer hatten die Fenster heruntergekurbelt, die Ellbogen aus dem
Fenster gelehnt, gelenkt wurde lässig mit nur einer Hand am Steuer.
Denn diesmal ging es nicht darum, hektisch den besten Parkplatz zu
ergattern.
Der Youngtimer Club
Duisburg hatte zum ersten Treffen in Duisburg geladen. Da
Youngtimer-Fahren eben auch Einstellungssache ist, überließ man
gerne dem Nachbarn höflich die eigene Parklücke. So hatte Ralf Dams
seinen geliebten Ford Capri lieber gleich ein bisschen weiter weg
geparkt. Wohl nur sicherheitshalber. Denn ein Auffahrunfall käme
einem Drama gleich.
Seit 25 Jahren ist der
Wagen im Besitz des ausgemachten Ford-Fans. Dams erinnert sich sogar
noch genau an das Datum, als der Wagen in seinen Besitz überging.
„Das war der 12. Dezember 1980.", weiß der Youngtimer-Fahrer
ohne zu zögern. Da dem damals 18-jährigen die Rennversion allerdings
um einiges besser gefiel, wurde umgerüstet. Heute ähnelt der Wagen
selbst in der Lackierung haargenau dem schnellen Flitzer von 1978.
Ganz ohne Einbußen war
das nicht möglich. Für die Kosten, den der Umbau verursachte, hätte
sich Dams eine Eigentumswohnung leisten können. „Ehrlich gesagt
habe ich mein ganzes Leben auf diesem Auto aufgebaut. Freunde,
Kollegen, Freizeit - alles dreht sich um den Wagen", erzählt
Dams. Der Capri-Fan nimmt es locker. Schließlich ist für ihn ein
Traum in Erfüllung gegangen.
Auch Marlis Czernik aus
Bottrop hat sich vor zwei Jahren einen Wunsch erfüllt. Zu Weihnachten
schenkte ihr der Ehemann endlich den heißersehnten VW-Käfer, Baujahr
1984. Nach der Reparatur erkannte sie ihr neues Kleinod zwar erst
nicht wieder: „Auf einmal war der Wagen tiefer gelegt, viel breiter
und hatte auch eine andere Farbe."
Doch seitdem wird jedes
Treffen mit Gleichgesinnten auf Polaroid festgehalten. Der VW zudem
stilecht in Szene gesetzt. Zum Beispiel mit kleinem Kaffeetisch,
Tischdecken und Blumenvase aus den 80er Jahren. Da soll noch mal
jemand munkeln, Frauen hätten kein Faible für die motorisierten Gefährte.
Schließlich kann der interessierte Zuhörer von Marlis Czernik noch
viel lernen. Dass blau beim VW nicht einfach blau ist, zum Beispiel.
Da gibt es karibikblau, atlantikblau, seeblau und, und, und.
Aber was ist jetzt das
Besondere an diesen Autos, die zwar älter als 20 Jahre alt sein müssen,
die Oldtimer-Grenze von 30 aber noch nicht erreicht haben ? Die
Youngtimer Freunde sind sich einig. „Die Formen und die knalligen
Farben sind großartig. Außerdem sind wir mit den Autos
aufgewachsen.", schwärmt Alfred Klein-Hitpaß vom Scirocco Club.
Diese Meinung konnten die Kollegen nur teilen.
Freude an alten Autos
Die Freude an alten Wagen steht im
Youngtimer-Club Duisburg im Vordergrund. Gegründet vor drei Jahren
von Rosemarie Goldhorn, hat der Club mittlerweile fast 40 Mitglieder.
Mitmachen darf jeder dessen Wagen mehr als 19 Jahre auf dem Buckel
hat.
Nachträgliche Anmerkung von
Rosemarie Goldhorn: Der Club
wurde im August 2005 gegründet und war zu diesem Zeitpunkt ein Jahr
alt.
Mit freundlicher
Genehmigung der Rheinischen Post Duisburg:
31.07.2006 von
Simone Lankhorst - Noch nicht Oldies, aber Goldies
Vor der Kulisse des ehemaligen Hüttenwerkes,
in dem einst das Roheisen für die Stahlherstellung gegossen wurde,
gab es am Sonntag jede Menge nostalgisches Blech zu bestaunen: Beim
„1. Internationalen Youngtimertreffen" glänzten markenübergreifend
rund 150 Automobile um die Wette, die mindestens 20 Jahre auf der
Haube haben - ob nun Trabant oder Käfer, Mercedes oder Lada, BMW oder
Opel-Feuerwehrwagen.
So ein markenübergreifender
Auto-Treff, das ist in jedem Falle neu: „Käfer-Treff, Passat-Treff,
BMW-Treff, das gibt es ja alles schon. Ich wollte aber, dass die Leute
über den Tellerrand schauen und ein Käfer auch mal neben einem
Mercedes steht: Rosten tun schließlich alle unsere Schätzchen",
erklärt Rosemarie Goldhorn (43) augenzwinkernd. Vor einem Jahr hat
sie den Youngtimer Club Duisburg gegründet, um den kantigen Charme
der 70-er und 80-er Jahre Karossen wieder aufleben zu lassen.
Rosemarie Goldhorn selbst bezeichnet
sich als Autonärrin und „passionierte Passatfahrerin".
Zusammen mit Ihrem Mann besitzt sie acht Wagen, neben zwei Passats
auch einen BMW 318i von 1986, einen Santana und einen Fiat Panda „für
die Stadt". Da war der Gedanke, einen eigenen Club zu gründen,
nicht weit. Dank Mundpropaganda und Internet hat der Youngtimer Club
bereits 39 Mitglieder, Tendenz steigend: „Wir sprechen uns rum.
Schließlich kann jeder mitmachen, ob nun Opel Mercedes- oder
VW-Besitzer. Nur mindestens 20 Jahre alt sollte der Wagen sein. Aber
wir haben auch Wagen, die 18 Jahre alt sind oder über 30, also schon
richtige Oldtimer."
So ein „richtiger Oldtimer"
ist auch der azurblaue Ford Taunus XL, Baujahr 1975, unverkennbar an
dem „H" für „Historisch" auf dem Nummernschild. Dieser
Oldie gehört Jens Laukert aus Viersen. Mit seinen 33 Lenzen ist er
nur unbedeutend älter als sein Ford, in den er viel Mühe, Schweiß
und Geld investieren musste, um ihn auf Hochglanz zu bekommen. Das
Lieblingsstück von Clubchefin Rosemarie Goldhorn ist aber - ganz klar
- ihr eigener Passat 32b, Baujahr 1983, mit Fellsitzen im 80er-Jahre
Stil.
Folgende Pressemitteilungen wurden
veröffentlicht, mit freundlicher Genehmigung der WAZ und NRZ:
"HistoriCar": Ausstellung zeigt Kultautos
19.10.2005 / LOKALAUSGABE / DUISBURG/ NRZ
Restaurieren statt verschrotten, so das Motto des ersten markenoffenen
"Youngtimer-Clubs" in Duisburg und Umgebung. Wie erfolgreich
sich so manche alte Karre wieder auf Vordermann bringen lässt, dies
zeigt der Club am 22. und 23. Oktober auf der Oldtimer-Besuchermesse
"HistoriCar" im Landschaftspark Duisburg-Nord. Zwei Tage
lang, von 8 bis 18 Uhr, sind hier Autos zu bestaunen, die älter als
20 Jahre sind; so gesehen noch keine echten Old-Timer, aber doch schon
Kultautos.
Alte Autos locken in den Nordpark
20.10.2005 / LOKALAUSGABE / HAMBORN MEIDERICH WALSUM/WAZ
Alte Autos locken in den Nordpark - Zwanzig Jahre sind das
Mindestalter Restaurieren statt verschrotten - so lautet das Motto des ersten
markenoffenen Youngtimer-Clubs in Duisburg und Umgebung. Und wie
erfolgreich sich so manche "olle
Karre" wieder auf Vordermann bringen lässt, dies zeigen
die Club-Gründer Rosemarie
Goldhorn und Fabian Theiß am Samstag und Sonntag, 22. und 23. Oktober, auf der
Oldtimer-Besuchermesse "HistoriCar" im Landschaftspark
Duisburg-Nord.
Mit VW Passats (Modell 32 B) von 1983 und 1984 gibt es am
Infostand der beiden Youngtimer-Freaks von 9 bis 18 Uhr zwei richtige Kultautos zu bestaunen - eines davon filigran wieder
hergerichtet, das andere (noch) restaurierungsbedürftig. Vor allem
aber möchten Goldhorn und Theiß die Gelegenheit nutzen, um über
ihren frisch ins Leben
gerufenen Youngtimer-Club zu informieren und weitere Mitglieder zu
gewinnen. Zudem lockt eine Tombola zugunsten der Kindernothilfe
mit interessanten Preisen. Warum aber dieser
ganze Aufwand? "Die heutigen Neuwagen haben einfach nicht
das Zeug dazu, in 20 Jahren als Youngtimer durchzugehen",
erklärt Goldhorn.
"Weil sie fast alle gleich aussehen und keinen eigenen
Charakter haben." Und Theiß ergänzt: "Wir schrauben eben
gerne an unseren alten Wagen herum, um sie wieder aufzumöbeln. Es wäre
schade, wenn Klassiker wie der 5er BMW, der gute alte Käfer oder die
älteren Passatmodelle vorzeitig aus dem Straßenbild verschwinden würden."
Als Informationsforum für gegenseitige Hilfe und Erfahrungsaustausch
steht der Youngtimer-Club Duisburg allen Interessenten offen. Einzige
Einschränkung:
Die Wagen müssen mindestens zwei Jahrzehnte auf dem Buckel haben.
|